PPP-Passthrough
Experte-Funktion​
Swisscom empfiehlt, diese Funktion nur von erfahrenen IT-Spezialisten konfigurieren zu lassen. Fehlkonfigurationen können zu erheblichen Sicherheitsrisiken führen.
AnkĂĽndigung: Phase-Out
Die Verwendung von PPP-Passthrough wird schrittweise eingestellt, da das PPPoE-Verfahren als veraltet gilt und von moderner Netzwerkinfrastruktur zunehmend nicht mehr unterstĂĽtzt wird.
Empfehlung: Das BedĂĽrfnis mittelfristig durch die DMZ-Funktion oder IP-Passthrough ersetzen.
PPP-Passthrough ermöglicht es, dass ein Gerät hinter dem Centro Business die PPPoE-Verbindung (Point-to-Point Protocol over Ethernet) selbst aufbaut. Das Gerät erhält dadurch die öffentliche IP-Adresse direkt und kommuniziert eigenständig mit dem Internet. Swisscom-Services (VoIP, TV) laufen weiterhin über den Centro Business.
Typische Anwendungsfälle​
- Eigene Firewall soll die PPPoE-Session verwalten und die öffentliche IP direkt erhalten
- Volle Kontrolle ĂĽber die WAN-Verbindung auf dem eigenen Security-Gateway
PPP-Passthrough konfigurieren​
Auf dem Centro Business​
Im Router-Portal unter Netzwerk → Passthrough:
- PPP-Passthrough einschalten und speichern
Auf dem externen Gateway/Firewall​
Das Gerät am dedizierten LAN-Port anschliessen und WAN-Interface konfigurieren:
| Parameter | Wert |
|---|---|
| WAN-Typ | PPPoE |
| PPP-Username | Aus Router-Portal oder My Swisscom Business |
| PPP-Passwort | Aus Router-Portal oder My Swisscom Business |
| MTU (WAN Ethernet) | 1508 (falls Jumbo Frames unterstĂĽtzt) |
| LAN-Port | CB 2.0: Port 1 / CB 3.0: Port 5 |
Das Swisscom-Netz unterstĂĽtzt Jumbo Frames bis 1508 Byte. So werden Nutzdaten (1500 Byte) + PPP-Header (8 Byte) ohne Fragmentierung ĂĽbertragen.
Voraussetzungen​
- PPP-Passthrough ist nur in Kombination mit der Option Fix IP verfĂĽgbar
- PPPoE-Login-Daten erforderlich (verfĂĽgbar im Router-Portal oder My Swisscom Business Portal)
Einschränkungen​
- Internet Backup (USB-Dongle oder Toolkit) funktioniert nicht
- Firewall auf dem Centro Business greift nicht fĂĽr Passthrough-Traffic
- BlueTV: Radio und Apps (Netflix, YouTube etc.) funktionieren nicht
- Bei BNS/EC-S Vertrag nicht verfĂĽgbar
- Swisscom empfiehlt stattdessen DMZ oder IP-Passthrough
Umfrage zum PPP-Passthrough Phase-Out​
Im Hinblick auf das Phase-Out möchten wir die Anwender von PPP-Passthrough einladen, ihre Beweggründe und Einsatzszenarien mit uns zu teilen.
FAQ - PPP-Passthrough​
An welchem Ethernet-Port wird PPP-Passthrough aktiviert?
- Centro Business 2.0: LAN Port 1
- Centro Business 3.0: LAN Port 5
Wo befinden sich die PPP-Login-Daten?
- Router-Portal: Unter "Internet" einsehbar
- My Swisscom Business Portal: Unter Router-Einstellungen des jeweiligen Standortes
- Enterprise Connect XS: Im Enterprise Connect Dashboard unter den Standortangaben
Was ist der Unterschied zwischen PPP-Passthrough und IP-Passthrough?
- PPP-Passthrough: Das angeschlossene Gerät baut die PPPoE-Verbindung selbst auf und erhält die öffentliche IP direkt.
- IP-Passthrough: Der Centro Business baut die Verbindung auf und leitet den gesamten Traffic per NAT an das Gerät weiter.
Welche MTU-Size muss konfiguriert werden?
Das Swisscom-Netz unterstĂĽtzt Jumbo Frames bis 1508 Byte. Falls der Security-Gateway dies unterstĂĽtzt, die MTU des WAN-Ethernet-Interface auf 1508 Bytes einstellen. So werden Fragmentierungen und Performance-Einbussen vermieden.
Was kann PPP-Passthrough im Netzwerk verursachen?
- Datenverkehr via PPP-Passthrough generiert Einträge in der Conntrack-Liste des Centro Business
- Das Kunden-Netzwerk muss vollständig über die externe Firewall verwaltet werden
- Das Gerät ist direkt dem Internet ausgesetzt — entsprechende Sicherheitsmassnahmen sind zwingend
Werden PPP-Internetverbindungen (mit Option Fix-IP) regelmässig unterbrochen?
Ja. Rund einmal pro Woche wird die PPPoE-Session vom RADIUS-Server fĂĽr einige Sekunden unterbrochen.
- Zeitfenster: ca. alle 7–8 Tage, zwischen 01:00 und 05:00 Uhr
- Dauer: wenige Sekunden (automatischer Reconnect)
Warum?
Swisscom betreibt in der Schweiz ca. 64'000 PPPoE-Sessions auf 12 ISG-Servern. Da PPP-Sessions statisch sind (sie bleiben auf dem ISG, auf dem sie initial eingeloggt wurden), wĂĽrde ohne periodischen Disconnect eine Ungleichverteilung entstehen.
Der sogenannte „Max-Session-Timer" erzwingt einen kurzen Unterbruch, damit:
- Load-Balancing: Die Sessions gleichmässig auf alle 12 ISGs verteilt werden und eine Überlast einzelner Server systematisch verhindert wird.
- Wartung: Swisscom bei Maintenance-Arbeiten an einzelnen ISG-Instanzen (Hardware, Software, Konfiguration) die betroffenen Sessions sauber entkoppeln kann.
Dieser Unterbruch betrifft nur Anschlüsse mit der Option „Fixe IP-Adresse" (PPPoE). Standard-DHCP-Anschlüsse sind nicht betroffen.
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