IP Passthrough
Experte-Funktion​
Swisscom empfiehlt, diese Funktion nur von erfahrenen IT-Spezialisten konfigurieren zu lassen. Fehlkonfigurationen können zu erheblichen Sicherheitsrisiken führen, welche sowohl die Kundeninstallation als auch die Swisscom-Reputation negativ beeinträchtigen können.
IP Passthrough ermöglicht es, den gesamten eingehenden Internetverkehr direkt an ein bestimmtes Gerät im Netzwerk weiterzuleiten. Der Centro Business erhält vom Internet eine öffentliche IP-Adresse und leitet den gesamten Traffic automatisch an den konfigurierten Client weiter.
Typische Anwendungsfälle​
- Eigene Hardware-Firewall (Sophos, FortiGate, pfSense) soll den gesamten eingehenden Internetverkehr empfangen und selbst verwalten
- Ein VPN-Gateway benötigt den gesamten eingehenden Traffic
- Ein Security-Appliance soll den Datenverkehr analysieren bevor er ins interne Netz gelangt
IP-Passthrough konfigurieren​
Im Router-Portal unter Netzwerk → Passthrough:
- IP-Passthrough aktivieren
- Das Gerät am dedizierten LAN-Port anschliessen:
- Centro Business 2.0: LAN Port 1
- Centro Business 3.0: LAN Port 5
Externen Gateway/Firewall konfigurieren​
Auf dem angeschlossenen Gerät folgende Netzwerkeinstellungen vornehmen:
| Parameter | Wert |
|---|---|
| WAN-Typ | Ethernet mit statischer IP |
| IP-Adresse | 172.31.255.6 |
| Subnetzmaske | 255.255.255.252 |
| Gateway | 172.31.255.5 |
| MTU | 1500 |
Einschränkungen​
- Bei BNS/EC-S Vertrag nicht verfĂĽgbar
- Die Firewall auf dem Centro Business greift nicht mehr fĂĽr den Passthrough-Traffic
- Nur ein Gerät kann IP-Passthrough nutzen
FAQ - IP-Passthrough​
Warum deklariert Swisscom IP-Passthrough als Experten-Funktion?
IP-Passthrough erfordert spezielle technische Kenntnisse. Wenn nachgelagerte Geräte wie eine Firewall nicht korrekt konfiguriert sind, kann es zu Attacken auf die Kunden-Infrastruktur führen. Swisscom empfiehlt stattdessen die DMZ-Funktion, damit die Ausfallsicherung funktioniert.
An welchem Ethernet-Port wird Passthrough aktiviert?
- Centro Business 2.0: LAN Port 1
- Centro Business 3.0: LAN Port 5
Was ist der Unterschied zwischen IP-Passthrough und PPP-Passthrough?
- IP-Passthrough: Der Centro Business baut die Internetverbindung auf und leitet den gesamten Traffic an das Gerät weiter. Swisscom-Services (VoIP, TV) bleiben auf dem CB aktiv.
- PPP-Passthrough: Das angeschlossene Gerät baut die PPPoE-Verbindung selbst auf und erhält die öffentliche IP direkt. Der Centro Business fungiert nur als Bridge.
Welche MTU-Size muss konfiguriert werden?
Bei IP-Passthrough kann der Standard-MTU-Wert von 1500 Bytes eingestellt werden. Dies sorgt für eine störungsfreie und effiziente Datenübertragung.
Werden PPP-Internetverbindungen (mit Option Fix-IP) regelmässig unterbrochen?
Ja. Rund einmal pro Woche wird die PPPoE-Session vom RADIUS-Server fĂĽr einige Sekunden unterbrochen.
- Zeitfenster: ca. alle 7–8 Tage, zwischen 01:00 und 05:00 Uhr
- Dauer: wenige Sekunden (automatischer Reconnect)
Warum?
Swisscom betreibt in der Schweiz ca. 64'000 PPPoE-Sessions auf 12 ISG-Servern. Da PPP-Sessions statisch sind (sie bleiben auf dem ISG, auf dem sie initial eingeloggt wurden), wĂĽrde ohne periodischen Disconnect eine Ungleichverteilung entstehen.
Der sogenannte „Max-Session-Timer" erzwingt einen kurzen Unterbruch, damit:
- Load-Balancing: Die Sessions gleichmässig auf alle 12 ISGs verteilt werden und eine Überlast einzelner Server systematisch verhindert wird.
- Wartung: Swisscom bei Maintenance-Arbeiten an einzelnen ISG-Instanzen (Hardware, Software, Konfiguration) die betroffenen Sessions sauber entkoppeln kann.
Dieser Unterbruch betrifft nur Anschlüsse mit der Option „Fixe IP-Adresse" (PPPoE). Standard-DHCP-Anschlüsse sind nicht betroffen.
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